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Bericht vom JSKongress 2017

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Am Montag & Dienstag (13. & 14. November) hatten wir (Marc, Jan R. und David) die Ehre, Teil des JSKongress zu sein. Das Große Thema des Kongresses: The Future of JavaScript.

Die Konferenz hatte dabei zwei Tracks

  1. Die bereits zuvor angekündigten Vorträge im Hauptsaal
  2. Eine Unkonferenz, bei dem vor allem Experten & Größen der JS Welt Vorträge und Diskussionsrunden angeboten hatten.

Beide Tracks liefen gleichzeitig, und so haben wir uns immer mal wieder untereinander aufgeteilt, um möglich viel von der Konferenz mit zu nehmen.

Sämtliche Talks aus dem Hauptsaal sind bei Youtube archiviert: https://www.youtube.com/playlist?list=PL8ajgHZ7PoCt3l5RXoyqVu_r7gYJU0dMx

 

 Atmosphäre

Mit Sicherheit war das Thema The Future of JavaScript das, was den fachlichen Teil des Kongresses beeinflusst hat. Die Atmosphäre war aber geprägt vom großen Engagement der Veranstalter in Sachen Diversität und Förderung von Minderheiten in der Programmierung. Das machte sich zum einen durch das sehr bunte und durchmischte Publikum bemerkbar, aber auch durch die Auswahl der vielen Speakerinnen sowie eigens einem Lightning Talk zum Thema Diversity in Tech, mit dem der Kongress auch eröffnet wurdeDas hat viel Bewusstsein geschaffen, dass auch im heutigen Zeitalter vor allem Frauen noch mit sehr vielen Vorurteilen und Benachteiligungen in der Entwickler-Welt zu kämpfen haben. Umso mehr Respekt dem JSKongress, der dieses Thema frontal angeht.

Allgemein

Versucht man den Inhalt und alle Vorträge der Konferenz auf einen Punkt zu bringen, so wäre dieser Wohl: Web Technologien, JavaScript und der Browser als universelle App-Plattform sind nach wie vor im rasanten Aufstieg hin zu einem die Software Welt dominierenden Standard. Mit den vielen neuen Möglichkeiten im Browser (Web-Assembly, Service-Workers, Parallelisierung etc.), den nun durch die Arbeit des TC39 (Eine Organisation, welche sich um die Weiterentwicklung der Javascript Specs befasst) ständig wachsenden JS-Features sowie den durch die Open-Source Community immer größerer werdenden öffentlichen Packages (npm ist mit mittlerweile über 500.000 packages der größte package manager aller zeiten) werden immer größere, skalierbarerere und mächtigere Applikationen möglich. Wir als Web Entwickler sind damit an der vordersten Front, die Welt wie wir sie kennen mitzugestalten. Nicht mehr nur online! Ein schöner Gedanke.

Vorträge

Da es in zwei vollen Konferenz Tagen doch eine ganze Menge an Vorträgen gab und das nennen jedes einzelnen hier wohl den Rahmen sprengen würde, gehen wir nur auf die aus unserer Sicht wertvollsten Talks und die Essenz aus selbigen ein.

Keynnote von Ashley Williams: Dialectics of JavaScript (npm)

Ashley Williams eröffnete die Konferenz mit ihrer sehr spannenden und zugleich etwas philsophischen Keynote zum Thema „The Dialectics of JavaScript“. Ziel des Vortrages war es, von einer Metaebene auf die Entstehung der heutigen, sehr mächtigen und komplexen JavaScript Welt (bzw. das JavaScript Ökosystem) zu schauen und zu verstehen, warum gewisse Tools und Libraries so existieren und populär geworden sind (von jQuery über Angular bis hin zu Webpack) – und wie diese dann im weiteren zu neuen Webstandards gesorgt haben.

Ihre Kernaussage dabei war, dass sich die Web-welt im ständigen Spannungsfeld zwischen Bedürfnis, Angebot und daraus resultierenden Standards befindet, und es sich aufgrund dieses ständigen Diskurses überhaupt erst so schnell bewegt.
Am Beispiel von Webpack: In immer größer werdenden Frontend Applikationen war es unbedingt notwendig, die Kontrolle über Abhängigkeiten zu behalten. Webpack ist hierbei das Angebot auf ebendieses Bedürfnis – bringt jedoch als zusätzliches Tool seine Schwierigkeiten mit und ruft natürlich ebenso Kritiker auf den Plan. Aus diesem Diskurs und Spannungsfeld heraus entsteht nun momentan ein JS Standard zur Modularisierung, der dann Tool-Unabhängig eingesetzt werden kann.

Shubheksha Jalan: Open Web, Open Source, Open Communites

Shubheksha hat in diesem Talk als noch sehr junge Entwicklerin (sie arbeitet erst seit ca. 2 Jahren als Entwicklerin) über ihren sehr holprigen und schwierigen Start in die open source Entwicklung berichtet. Sie wollte dabei von Anfang an open source mitentwickeln – wusste aber nicht wie. Und als sie sich dann endlich getraut hat, wurde sie durch herabsetzende Kommentare und wenig HIlfestellungen schnell wieder demotiviert.

Letztendlich hat der Talk uns ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie schwer der Einstieg in die Software Entwicklung und auch in Open Source sein kann. Das hat vor allem Marc und David dazu motiviert, hierzu im Web Frontend Basics Meetup näher einzugehen und ebendiesen neuen Software Entwicklern einen einfachen und begleiteten Einstieg zu geben.

Emily Freeman: JavaScript`s „+“ Operator and Decision Fatigue

Emilys Vortrag hat uns noch einmal auf eine Meta-Ebene geführt. Es war ein Aufruf dazu, als Entwickler auf sich selbst zu achten und nicht zu hart zu sich selbst zu sein. Denn nur wenn wir uns wohl fühlen und ausgeruht sind produzieren wir den best möglichen Code und treffen die best möglichen Entscheidung. „Let’s face it – every code base I ever saw was an absolute shit show“ – wir sollten uns damit abfinden, dass gute Lösungen Zeit brauchen. Und das Code niemals perfekt sein kann und wird.
Dabei ging sie eben auch auf das Thema Decision Fatigue ein: Tagtäglich treffen vor allem wir als entwickler viele mikro Entscheidungen. Die objektive Entscheidungsfähigkeit nimmt aber (psychologisch nachgewiesen) im Laufe eines Tages immer mehr ab und füllt sich erst durch Schlaf und Erholung wieder auf. Das heißt: Wenn wir nur gestresst sind, Überstunden schieben, Ruhepausen auslassen und zu viel Zeit mit Programmieren verbringen werden unsere Entscheidungen vermutlich immer schlechter, unser Code immer unsauberer. Das war natürlich keine wirklich neue Erkentniss für uns, aber Emily hat es geschafft auch über die Erklärung des Warum eine neue Art von Bewusstsein für uns selbst zu schaffen.

Amit Zur: Tomorrow`s JavaScript Debugger

Mit Amit Zur wurde es dann tatsächlich auch mal technologisch: Er hat den Debugger debugger.html vorgestellt, welcher in Zukunft der Standard für den FireFox-Browser sein wird. Das besondere: Der Debugger ist selbst komplett mit Web-Technologien (JS, HTML, CSS) umgesetzt. Und außerdem komplett Open Source und damit durch jeden hackbar. Dieser Ansatz hat uns begeistert, der Debugger sieht schick aus und zeigte zuminest in der Präsentation alle Kern-Features, die man von einem Debugging-Tool erwarten kann. Mit Sicherheit ist noch etwas Arbeit notwendig, aber der Ansatz der generellen Erweiterbarkeit stimmt uns zuversichtlich.

Elisabeth Engel: Break Up with your Frontend Monolith

Elisabeth berichtet, wie sie bei gutefrage.de von einem Frontend Monolithen hin zu einer mehr oder weniger Micro-Service Architektur gekommen sind. Spannend für uns, da wir mit der neuen Version des Frontend-Frameworks versuchen, ähnliche Probleme zu lösen.
Im Vortrag hat sie dann  mehrere Lösungs-Varianten und deren Vor- und Nachteile vorgestellt. Im Kern kam dabei heraus: Die perfekte Lösung gibt es natürlich nicht. Alle Ziele sind nie zu 100% erfüllbar – mit etwas nachdenken und Architektur konnten sie jedoch eine sehr solide Lösung schaffen: Eine so genannte App-Shell schafft auf der Seite einen Container, in dem sich die einzelnen Mikro-Applikationen registrieren und über welchen ggf. gemeinsamer State und Kommunikation stattfinden kann. Die Mikro-Apps sind dann aber weitestgehend Technologie unabhängig. Was noch sehr spannend war: Sie haben auf die Aufteilung der Mikro-Applikationen in einzelne Repositories verzichtet und arbeiten tatsächlich mit einem Mono-Repository. Es lohnt sich, den Talk einmal in voller länge anzuschauen:

Kurzum: Sehr interessante Konferenz die uns gezeigt hat, dass die Zukunft von JavaScript und Web mehr ist als nur Webseiten.
Wenn ihr noch Fragen habt kommt gerne auf Marc, Jan oder David zu.

Autor: David Losert

Ich bin Web-Dev aus Leidenschaft und arbeite am liebsten immer an der "Cutting Edge", das heißt mit dem Neusten vom Neusten. NodeJS, Angular, React und Co. - für leichtgewichtige Applikationen mit fetten Clients und eleganten Lösungen. Darauf habe ich mich mit meinem Team "TeamJS" spezialisiert und das ist es, was mir jeden Tag aufs neue Freude bereitet.

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