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Was macht einen richtig guten Frontend-Entwickler aus?

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Im vergangenen Jahr habe ich mir diese Frage öfters gestellt – als ich auf den Hochschulkontaktbörsen mit Studenten über meine Arbeit bei Virtual Identity gesprochen habe oder in Bewerbungsgesprächen versucht habe herauszufinden, ob ein Bewerber zu uns passt. Das hier ist meine Antwort.

Als Frontend-Entwickler bewegst du dich geschickt zwischen den Welten, zwischen Design und Programmierung. Du kannst ein Design in seine Einzelteile zerlegen – Inhalte von Aussehen und Aussehen von Funktion trennen – und es wieder so zusammensetzen, dass es zum Leben erwacht. In einem einzigen statischen Screen siehst du eine komplette dynamische Seite mit tausenden von Variationen, Zuständen und Übergängen.

Du weißt, wie sich ein gutes User Interface anfühlt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Und du schaffst es, jedem Besucher auf der Website das Gefühl zu geben, willkommen zu sein – egal mit welchem Gerät oder mit welchem Browser er darauf zugreift.

Du liebst einfachen, klaren, verständlichen und eleganten Code ohne die schnellen Hacks. Guter Code hat immer eine gewisse Leichtigkeit. Aber du gehst auch dahin, wo es weh tut, um die Ursache eines Browser Bugs zu verstehen, statt an den Symptomen rumzudoktorn.

Du kennst und liebst deine Browser (na gut, bei dem ein oder anderen Browser ist es wohl eher eine Hassliebe). Für dich ist es eine Herausforderung, jedes Mal von neuem ihre Grenzen auszuloten. Dadurch schaffst du es, jeden dieser Browser Dinge machen zu lassen, die dieser von sich aus gar nicht kann. Du weißt aber auch, wann es genug ist.

Du bist neugierig, immer auf dem Laufenden, experimentierfreudig – es gibt im Moment wenige Bereiche im Web, die sich schneller entwickeln als das Frontend. Das fasziniert dich. Und spornt dich an.

Als Frontend-Entwickler weißt du, dass du nicht alles weißt. Dass es im Web nicht nur richtig oder falsch gibt. Es gibt keine DIN-Normen, aber es gibt Best Practices – entwickelt im Zusammenspiel zwischen der Frontend-Community, den Browser-Herstellern, dem W3C. Und diese Best Practices kennst du und weißt, dass sie in einem halben Jahr schon wieder ganz anders aussehen können.

Tief im Herzen bist du Idealist, du lebst von Open Source mehr als jeder andere in unserer Branche. Daher willst du dein Wissen weiter geben und mit Gleichgesinnten gemeinsam an Projekten und Ideen arbeiten. Du bist in der Lage fremden Code zu verstehen, ihn richtig einzusetzen und ihn zu verbessern. Du schaust über das momentan geforderte hinaus und schreibst Code, der auch in ein paar Monaten noch funktioniert. Und du weißt, dass es kein „fertig“ bei Websites gibt und dich schlechter Code verfolgt. Und wenn nicht dir, dann jemand anderem irgendwann das Leben schwer macht.

Du weißt, dass man HTML und CSS an einem Tag lernen kann, dass es aber viel viel länger braucht beides wirklich zu beherrschen. Und du weißt, dass JavaScript eine richtige Programmiersprache ist. Auch wenn du dafür manchmal von den „richtigen“ Entwicklern belächelt wirst.

Das war’s eigentlich auch schon. Viel mehr braucht’s nicht für einen richtig guten Frontend-Entwickler.

Autor: Ralf Hafner

Ich bin mit Leib und Seele Frontend-Entwickler, aus tiefster Überzeugung und mit ganzem Herzen. Eigentlich dachte ich, das müsste mit den Jahren langweilig werden, aber das Gegenteil ist der Fall. Nie war es spannender. Mit Themen wie Responsive Design, Mobile Devices, MVC Frameworks, HTML5 APIs, CSS3 Features, Single Page Applications, node.js, Web Components, Angular, React, Vue.js und und und.

3 Kommentare

  1. Ein toller Beitrag Ralf. Ich sehe deine Leidenschaft zwischen den Zeilen vibrieren. 🙂

  2. Klasse Beitrag, wie Armin schreibt spürt man beim Lesen förmlich wie Du für das Thema brennst!

  3. Sehr schön! Endlich in klare Worte gefasst, was Frontend-Entwicklung aus Leidenschaft für uns bedeutet – eben mehr als nur ein bisschen HTML, CSS und Javascript. Ich habe bei jeder Zeile ein Gefühl von Zustimmung und „Ja, genau so ist es“ verspürt. Der Artikel sprüht vor Leidenschaft und Motivation!
    Danke Ralf, dass du diese Gedanken mit uns und der Welt teilst!

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